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SMRV-Kontaminationen von ZellkulturenSMRV-Kontaminationen von Zellkulturen

SMRV-Kontaminationen von Zellkulturen

Im Februar 2007 veröffentlichte die Zentrale Kommission für Biologische Sicherheit (ZKBS) eine Stellungnahme zur Kontamination von Zellkulturen mit dem Squirrel Monkey Retrovirus (SMRV) und deren Risikobewertung. Da die Verbreitung der SMRV-Kontaminationen nicht eingeschätzt werden konnte, bat die ZKBS in der Stellungnahme um die Mitteilung von Untersuchungsergebnissen. Der aktuelle Sachstand zur Überprüfung von Zellkulturen auf SMRV-Kontaminationen (vom 06.05.2008) mit einer Liste von bislang positiv getesteten Zelllinien wurde veröffentlicht. Die Empfehlung der ZKBS, generell alle Zelllinien aus S1-Bereichen auf SMRV-Kontaminationen zu testen, wurde nach Auswertung der mitgeteilten Testergebnisse in der 148. Sitzung aufgehoben.

Die DSMZ hat nahezu alle in der Zellbank befindlichen Zelllinien (n = 550) auf Anwesenheit von SMRV-Sequenzen mittels PCR getestet und sieben SMRV-infizierte Zelllinien detektiert, von denen jedoch fünf verschiedene Subklone der Zelllinie NAMALWA darstellen. Zusätzlich wurden die LCL-HO- und die BL-100-Zelllinie als kontaminiert nachgewiesen. Alle anderen Zelllinien – auch in der Literatur teilweise als positiv beschriebene Zelllinien – erwiesen sich als SMRV-negativ. Der detaillierte Untersuchungsbericht mit einer Diskussion der Ergebnisse wurde der ZKBS übermittelt.

Die ZKBS weist in der Stellungnahme darauf hin, dass die positiv getesteten Zelllinien nicht generell mit SMRV kontaminiert sind, sondern die Kontaminationen auf einzelne Zellkulturen einer Zelllinie beschränkt sein können. Aus diesem Grunde könnte eine Testung von Zellkulturen angebracht sein. Es wurden bisher zwei PCR-basierte Tests beschrieben, die zum SMRV-Nachweis leicht im Labor etabliert werden können. Die konventionelle PCR wird vom Unterausschuss Methodenentwicklung der Bund/Länder-AG Gentechnik vorläufig empfohlen und verwendet die in der Stellungnahme der ZKBS erwähnten Oligonukleotide. Dieser Test wurde auch in der DSMZ eingesetzt. Diese Methode kann bei Wahl einer zu niedrigen "Annealing-Temperatur" (<65°C) zu falsch positiven Ergebnissen führen, da unspezifische Produkte entstehen können. Wir fanden, dass auch bei Anwendung hoher "Annealing-Temperaturen" bei einigen Hamster-Zelllinien mit der env-PCR und bei allen Ratten-Zelllinien mit der gag-PCR nicht SMRV-spezifische Banden entstehen. Wir empfehlen dringend, die PCR-Methode mit Positiv- und Negativkontrollen zu optimieren, da unterschiedliche Substanzen (vor allem verschiedene Taq-Polymerasen) und Thermocycler die Effizienz der PCR stark beeinflussen können.

Eine Real-time PCR-Methode wurde von Dr. Ellerbrok vom Robert-Koch-Institut etabliert und beschrieben.

Die DSMZ bietet zur Etablierung und Optimierung der PCR-Methoden Positiv- und Negativkontrollen in Form von genomischer DNA der Zelllinie NAMALWA sowie einer SMRV-negativ getesteten Zelllinie an. Das Material ist nicht infektiös.

Für weitere Fragen:

Dr. Cord Uphoff
DSMZ - Department of Human and Animal Cell Cultures
Inhoffenstr. 7B
D-38124 Braunschweig, Germany
Tel.: +49-531-2616.156
Fax: +49-531-2616.150
eMail: cup