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Convention on Biological DiversityKonvention über die Biologische Vielfalt

Übereinkunft über die biologische Vielfalt - CBD

Die Auswirkungen auf Empfänger und Hinterleger von biologischem Sammlungsmaterial

www.cbd.int

Wichtig für Hinterleger
Aus der Konvention ergibt sich Ihre Verantwortung als Hinterleger, das Einsammeln von mikrobiellen genetischen Ressourcen mit dem Ursprungsland der Proben zu vereinbaren bevor diese entnommen werden (Informationen z.B. ABS Clearing House). Die Hinterlegung in einer offenen Sammlung darf nicht gegen die Auflagen dieser Vereinbarung verstoßen. Die DSMZ akzeptiert zur Hinterlegung nur Material, für das das Ursprungsland genannt wird. Details siehe hier.

Wichtig für Empfänger von Kulturen
Nutzer-Verpflichtung durch die CBD
Empfänger von DSMZ-Kulturen sind verpflichtet sicherzustellen, dass die Nutzung des biologischen Materials die generellen Anforderungen der CBD und spezifische Rechtsverordnungen des Herkunftslandes der Kultur und des eigenen Landes  erfüllt. Eine Weitergabe der Kulturen ist aus Gründen der Nachverfolgbarkeit nicht gestattet. Die DSMZ lehnt jede Verantwortung bezüglich einer Verletzung des Übereinkommens durch Dritte ab.

Information
Die "Übereinkunft über die biologische Vielfalt" (Convention on Biological Diversity - CBD), auch "Rio-Konvention" genannt, ist seit 1993 in Kraft. Die konkreten Auswirkungen auf die Arbeit von Kulturensammlungen und von Wissenschaftlern, die neue Organismen isolieren und untersuchen oder einer Nutzung zuführen wollen, werden langsam überschaubar. Detaillierte Handlungsanweisungen werden nach der Formulierung des "Nagoya-Protokolls zum Zugang und Vorteilsausgleich bei der Nutzung genetischer Ressourcen" (kurz Nagoya-Protokoll, 2010) nach und nach ausgearbeitet und von den unterzeichnenden Nationen umgesetzt. Das Abkommen ist vor allem im Hinblick auf Tiere und Pflanzen konzipiert worden und berücksichtigt daher die andersartige Verbreitung von Mikroorganismen nur teilweise. Die konkrete Umsetzung in Gesetze wird die wissenschaftliche Arbeit weitreichend beeinflussen.

Es ist u.a. die Verantwortung der DSMZ, Hinterleger und Empfänger von Kulturen auf ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen hinzuweisen. Besonders relevant ist Artikel 15 der CBD, der das hoheitliche Recht einzelner Länder auf die genetischen Ressourcen innerhalb ihrer Grenzen betont. Der Artikel legt fest, dass kein biologisches Material entnommen werden darf ohne eine Zustimmung der Regierung oder eines Bevollmächtigten des Herkunftslandes. Ein "Prior Informed Consent" (PIC) ist vor dem Sammeln von Proben mit der zuständigen Behörde des Herkunftslandes zu vereinbaren und "Mutually Agreed Terms"  (MATs) sind vor der Nutzung der Proben zu formulieren. MATs haben das Ziel, dass ein fairer und gerechter Teil des Vorteils aus der Nutzung der genetischen Ressourcen an das Ursprungsland zurückfließt. Solch ein Vorteilsausgleich kann in monetärer oder anderer Form zurückgegeben werden, z.B. in Form von Technologie-Transfer, Ausbildung, Bereitstellung von Untersuchungsergebnissen oder -ausrüstung, wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Hinterleger und Nutzer von biologischem Material sind verantwortlich dafür, dass diese Vereinbarungen umgesetzt werden.

Website: http://www.cbd.int

EU-Verordnung 511/2014