Patenthinterlegung menschlicher und tierischer Zellkulturen

Seit dem 28. Februar 1991 ist die DSMZ von der WIPO (World Intellectual Property Organization) anerkannte Patenthinterlegungsstelle für menschliche und tierische Zellkulturen.


Formblatt DSMZ-BP/1-Animal and Human Cell Cultures 01/2012 muss für jede zu hinterlegende Zellkultur ausgefüllt werden. Das Formular sollte mindestens 72 Stunden vor dem Versand einer Zellkultur bei der DSMZ eintreffen. Gefragt wird nach Namen und Adresse des Hinterlegers, dem Namen der Zellkultur, Kultivierungsbedingungen sowie besonderen sicherheitsrelevanten Eigenschaften des hinterlegten biologischen Materials.


Zelllinien und Hybridome können nur dann als Patenthinterlegung akzeptiert werden, wenn die eingereichten Proben zur Langzeitlagerung im flüssigen Stickstoff geeignet sind, d.h. wenn kein signifikanter Verlust von Viabilität und Wachstumsfähigkeit zu beobachten ist. Nicht lebensfähige oder infizierte Zellkulturen werden nicht akzeptiert, die Kosten der Testung werden dem Hinterleger in Rechnung gestellt. Nur tiefgefrorene Ampullen (1,5 ml – 2 ml Plastikampullen) können als Hinterlegung akzeptiert werden. Die DSMZ testet zu Beginn jeder Hinterlegung mindestens eine Ampulle auf Lebens- und Wachstumsfähigkeit sowie auf Kontamination durch andere Organismen (insbesondere durch Mykoplasmen). Diese Untersuchung dauert circa zwei Wochen. Vor Ablauf dieser Testung wird keine Hinterlegungsnummer erteilt. Die Viabilitätstestung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Die DSMZ verlangt für jede Hinterlegung 12 Ampullen aus einem Einfrierprozess (einem Batch). Die Ampullen müssen jeweils 5 x 106 Zellen (Suspensionszellen) oder 2 x 106 Zellen (adhärent wachsende Zellen) guter Viabilität enthalten. Die Zellen sollten in antibiotikafreiem Medium aufgezogen werden, da Antibiotika die Detektion mikrobieller Kontaminationen verhindern können.

Kann die Lebensfähigkeit einer bereits akzeptierten Zelllinie zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr bestätigt werden oder sollte der Ampullenvorrat aufgebraucht sein, so ist es Aufgabe des Hinterlegers für Ersatz zu sorgen, d.h. der DSMZ neue Ampullen dieser Zelllinie zur Verfügung zu stellen.


Nach Annahme einer Zelllinie in die Patentbank wird die DSMZ die Hinterlegung dem Budapester Vertrag gemäß für 30 Jahre aufrechterhalten. Mit Erteilung der offiziellen Hinterlegungsnummer bestätigt die DSMZ die Hinterlegung zu Patentzwecken. Dabei wird der Tag der Ankunft der Zelllinie zum Hinterlegungsdatum. Dem Hinterleger wird eine Rechnung über die Hinterlegungsgebühr zugestellt.


Eine anstehende Lieferung sollte einige Tage im Voraus angekündigt werden. Der Hinterleger muss gewährleisten, dass die Ampullen tiefgefroren eintreffen. Die Pakete sollten daher mit genügend Trockeneis gefüllt sein und der Transport sollte zu einem Wochenbeginn erfolgen.

Wichtige Regeln zumt Import Biologischen Materials


Mykoplasmakurierung

Zelllinien, die mit Mykoplasmen kontaminiert sind, können nicht zur Patenthinterlegung akzeptiert werden. Wir bieten die Kurierung einer Zellkultur von Mykoplasmen als Service an.