Hinweise zum sicheren Umgang mit Mikroorganismen

 

        
                                                                                          Referenzen

Mikroorganismen, auch gentechnisch veränderte Stämme, können pathogen für Menschen, Tiere oder Pflanzen sein. Vor dem Umgang mit einem Mikroorganismus muss der Anwender sich über die nationalen Gesetze und Richtlinien informieren, die das Arbeiten mit Mikroorganismen regeln. Alle Packstücke, die Mikroorganismen enthalten, müssen in einem adäquat ausgerüsteten Labor geöffnet werden. Kultivierung und Umgang ist auf solche Labore beschränkt, die die behördlichen Auflagen der betreffenden Schutzstufe erfüllen. Nur entsprechend geschulte Personen oder solche, die unter Aufsicht von geschulten Personen arbeiten, dürfen mit Kulturen umgehen.
 

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise:

1. Beschreibung des biologischen Agens

  • Mikrobiologische Kultur, Inokulum für die Herstellung von Kulturen, nur für den Laborgebrauch
  • Artname und Stamm-Nummer finden sich auf dem Lieferschein
  • Form des gelieferten Materials: gefriergetrocknete oder aktiv wachsende Kultur

 

2. Gefahrenbeschreibung: Risikobewertung und Labor-Schutzstufe

Jeder in diesem Packstück gelieferte Mikroorganismus ist gemäß der deutschen Biostoff-Verordnung klassifiziert. Wenn ein Stamm in die Risikogruppe 2 eingruppiert ist, findet sich diese Information auf unserer Internetseite www.dsmz.de unter der jeweiligen Art-Information und auf dem Lieferschein.
Die benötigte Schutzstufe korrespondiert mit der Risikogruppe des Mikroorganismus.

  • Unabhängig von der möglichen Infektiosität/Pathogenität ist der Umgang mit gentechnisch modifizierten Mikroorganismen nur gemäß den nationalenGesetzen und im geschlossenen System erlaubt.
  • Toxinproduktion, sofern bekannt: siehe 7.
  • Vermeiden Sie jeglichen direkten Kontakt mit dem Organismus (Aerosole, Haut-und Augenkontakt).

 

3. Erste Hilfe-Maßnahmen

Im Falle des Hautkontakts waschen Sie die kontaminierte Haut gründlich mit Desinfektionslösung und Wasser. Wenn eine Wundinfektion nicht auszuschließen ist, nehmen Sie sofort Kontakt zu einem Arzt auf, ebenso bei Aufnahme durch den Mund oder Einatmen. Informieren Sie den Arzt über den Namen des Mikroorganismus.

 

4. Schutzmaßnahmen gegen unbeabsichtigte Freisetzung und Verunreinigung/Maßnahmen zum Schutz der Umwelt

  • Sterilisieren Sie alle Materialien, die in Kontakt mit der Kultur gekommen sein könnten.
  • Halten Sie Kulturmaterial fern von Abflüssen, Oberflächen- und Grundwasser
    sowie Boden.
  • Bei versehentlichem Bruch einer Ampulle desinfizieren Sie den kontaminierten
    Bereich mit einem zugelassenen Desinfektionsmittel.
  • Glassplitter mit einer Pinzette entfernen.

 

5. Umgang und Aufbewahrung

  • Ampullen/Kulturen dürfen nur von geschulten Personen in einem Labor der
    geeigneten Schutzstufe geöffnet und verwendet werden.
  • Alle von der DSMZ gelieferten Kulturen sind für den sofortigen Gebrauch
    bestimmt.
  • Vor dem Öffnen lagern Sie die Kulturen an einem kühlen, dunklen Ort.

 

6. Persönliche Schutzausrüstung

Die Maßnahmen sind abhängig von der Risikogruppe der gelieferten Kultur und sind in den Bestimmungen der jeweiligen Labor-Schutzstufe beschrieben (Biostoff-Verordnung). Vorsichtsmaßnahmen wie Laborkittel, und ggf. Schutzhandschuhe und Schutzbrille minimieren einen möglichen Kontakt.

 

7. Toxikologische Information

Enthalten in der jeweiligen Stamminformation im Catalogue of strains. Mögliche Restriktionen betreffend Umgang und Abgabe einiger bestimmter Toxinproduzenten sind unter Punkt B1 auf der Seite „Restrictions“ erwähnt. Information seitens der DSMZ über mögliche oder bekannte Toxinproduktion von Stämmen erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit! Die DSMZ führt keine Toxizitätstests mit ihren Kulturen durch.

 

8. Entsorgung

Sterilisieren Sie alle Kulturen vor der Entsorgung.

 


Stand der Information: September 2010

Die hierin enthaltene Information ist nur für informative Zwecke und basiert auf unserem aktuellen Wissensstand. Empfänger unserer Mikroorganismen müssen die Verantwortung übernehmen, die existierenden Gesetze und Regulationen zu beachten. Die DSMZ lehnt jede Verantwortung für die Exaktheit, Vollständigkeit, Zuverlässigkeit oder für jeglichen Verlust oder Verletzung im Zusammenhang mit dem Gebrauch dieser Information ab.