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Veranstaltung "Globaler Wandel und Infektionskrankheiten"

Veranstaltungsreihe des Leibniz-Forschungsverbundes INFECTIONS ́21: „Zu Land, zu Wasser und durch die Luft - Wie sich Infektionserreger ausbreiten“

Globale Umweltveränderungen und das weltweite Bevölkerungswachstum haben weitreichende Folgen für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. In vielen Fällen ist der Ausbruch einer Epidemie oder die Verbreitung eines Erregers direkt an bestimmte klimatische oder ökologische Verhältnisse gebunden.

So verändern sich klimabedingt bereits jetzt die Verbreitungsgebiete einiger Krankheitsüberträger. Mücken und Zecken profitieren von steigenden Temperaturen, da ihre Larven bei einem milderen Klima besser überleben können. Dies kann dazu führen, dass sich beispielsweise die Malaria weiter nach Norden ausbreiten kann.

Durch extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen verschlechtert sich häufig die Wasserversorgung, wodurch die Ausbreitung von Infektionen begünstigt wird, die durch verschmutztes Wasser übertragen werden. Zudem führt der Rückgang natürlicher Lebensräume durch eine veränderte Landnutzung dazu, dass Menschen häufiger inKontakt mit Krankheitserregern von Wildtieren kommen.

Bei der Veranstaltung "Globaler Wandel und Infektionskrankheiten" soll ein Bogen geschlagen werden zwischen der historischen Perspektive der Infektionskrankheiten am Beispiel der Pest und einem medizinischen Blick in die Zukunft. Im Anschluss an die zwei Vorträge soll gemeinsam mit den teilnehmenden Gästen diskutiert werden, welche Infektionskrankheiten uns heute bedrohen und welche Vorbeugemaßnahmen eingeleitet werden können, um die Folgen abzumildern.

Referenten:
Prof. Dr. Johannes Krause (Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena) - "Die genetische Geschichte der Pest"
Prof. Dr. Dr. Rainer Sauerborn (Heidelberger Institut für Global Health, Universitätsklinikum Heidelberg) - "Klimawandel und Infektionskrankheiten"

Moderation:
Prof. Dr. Ulrich Nübel (Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen)

Veranstaltungsdetails:
Datum: 22. November 2018
Uhrzeit: 18:00 - 19:45 Uhr
Ort: Haus der Wissenschaft, Pockelsstraße 11, 38106 Braunschweig

Eintritt: kostenlos
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

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Hintergrund

INFECTIONS ́21 - Bekämpfung von Infektionkrankheiten im 21. Jahrhundert

Infektionskrankheiten wie Lungenentzündungen, Durchfall-erkrankungen, AIDS, Tuberkulose oder Malaria gehören zuden häufigsten Todesursachen weltweit und stellen auch im21. Jahrhundert eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen dar. Zwar konnten diese Krankheiten in den letzten Jahrzehnten dank verbesserter Hygiene sowie dem medizinischen Fortschritt vor allem in den Industrieländern zurückgedrängt werden - aber der Anstieg von Antibiotikaresistenzen, das Auftreten neuer und zum Teil unbekannter Erreger, die Klimaveränderungen und die weltumspannende Mobilität stellen uns heute vor neue globale Probleme, die gelöst werden müssen.

Infektionskrankheiten werden auf unterschiedlichste Weiseverbreitet und auf den Menschen übertragen. Nur die gesamtheitliche Betrachtung biomedizinischer, ökologischer, wirtschaftlicher und politischer Aspekte wird zu einem besseren Verständnis der Übertragungsmechanismen und zur Entwicklung effektiver Strategien für eine verbesserte Infektionskontrolle führen.

Aus diesem Grund wurde 2015 der Leibniz-Forschungsverbund "INFECTIONS ́21 - Bekämpfung von Infektionskrankheiten im 21. Jahrhundert" ins Leben gerufen. Ziel dieses interdisziplinären Projektes ist es, eine Kultur der Forschung und Kommunikation über Fachgrenzen hinweg zu etablieren. Dadurch sollen, auch unter Beteiligung der Öffentlichkeit, neue Strategien und Methoden für Frühwarnsysteme, ein verbessertes Management von Ausbrüchen und eine optimierte Eindämmung der Erregerausbreitung entwickelt werden.

www.leibniz-infections21.de