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Neue Nachwuchsgruppen am Leibniz-Institut DSMZ

Fokus auf die Erforschung des bakteriellen Stoffwechsels und der Interaktionen von Pflanzenviren

Braunschweig, 18. September – Am Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen haben zwei unabhängige Nachwuchsgruppen ihre Arbeit aufgenommen. Schwerpunkte der neuen Gruppen sind die Erforschung des Stoffwechsels von Bakterien sowie die Untersuchung der Interaktionen zwischen Pflanzenviren und Pflanzenzellen. „Wir freuen uns, dass wir zwei vielversprechende Wissenschaftler für die DSMZ gewinnen und damit aktuelle Forschungsfelder für das Institut erschließen konnten“, so der wissenschaftliche Geschäftsführer der DSMZ Professor Jörg Overmann.

Dr. Meina Neumann-Schaal leitet die Nachwuchsgruppe Bakterielle Metabolomik. Sie untersucht den Stoffwechsel von Bakterien, um die Bedeutung verschiedener Stoffwechselwege für die Ökologie und neue Anwendungsmöglichkeiten in der Biotechnologie aufzuklären. „Wenn wir die Prozesse in Bakterienzellen besser verstehen, können wir sie auch beeinflussen“, erläutert Neumann-Schaal. So könnte man beispielsweise ein Bakterium dazu bringen, ein bestimmtes Toxin nicht mehr zu produzieren. Auf diese Weise können neue Ansätze für die Therapie bakterieller Infektionen gefunden werden. Die DSMZ als eines der größten und vielfältigsten Ressourcenzentren der Welt stelle für sie ein ideales Umfeld dar, so die Biochemikerin weiter. „Meine Methodik lässt sich auf fast alle hier kultivierten Organismen anwenden. Da ist das Potenzial, beispielsweise für die Entdeckung neuer bakterieller Stoffwechselprodukte und deren Nutzung im medizinischen oder biotechnologischen Umfeld fast unerschöpflich.“

Das Ziel der Forschung von Dr. Björn Krenz ist die Untersuchung der molekularen Mechanismen und Wechselwirkungen zwischen Pflanzenviren und Pflanzenzellen. Der Fokus seiner Nachwuchsgruppe “VirusInteract” liegt darauf, die Funktionen bestimmter Virusproteine zu identifizieren und deren Rolle in frühen Stadien der Infektion einer Wirtspflanze zu erkennen. Mit seiner Arbeit will Krenz zu einem besseres Verständnis bekannter aber auch neu auftretender viraler Pflanzenkrankheiten beitragen. Diese sind eine Bedrohung weltweit. So verursachen allein Maniok-Viren in Afrika Schätzungen zufolge Ernteverluste von bis zu 30 Prozent. Maniok ist in Afrika eine der wichtigsten Kohlenhydratquellen, ähnlich wie bei uns die Kartoffel. „Eine bessere Kenntnis der Zusammenhänge hilft uns, neue Strategien zur Bekämpfung zu entwickeln“, ist Krenz überzeugt. „Gerade die ganz frühen Stadien einer Infektion müssen untersucht werden, denn hier entscheidet es sich, ob sie sich manifestieren kann oder nicht.“ Für Krenz ist es ein Glücksfall, seine Forschung an der DSMZ betreiben zu können. „Die DSMZ ist – zusammen mit dem benachbarten Julius Kühn Institut – eine der führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der molekularen Pflanzenvirologie in Deutschland. Für mich als Pflanzenvirologen gibt es also kaum einen geeigneteren Arbeitsplatz.“

Mit dem Programm für Nachwuchsgruppen gibt die DSMZ jungen, vielversprechenden Wissenschaftlern die Chance, erstmals eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen und zu leiten. Sie erhalten eine Förderung von maximal fünf Jahren sowie zusätzliche Mittel für Mitarbeiter und für eine spezifische Laborausstattung.