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Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajić besucht Leibniz-Institut DSMZ

Ministerin zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt des Bestands und der Forschungsarbeiten

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Dr. Gabriele Heinen-Kljajić besuchte heute, 11. Januar 2017, das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung für Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH in Braunschweig. Sie informierte sich dabei über die Arbeit von Deutschlands wichtigstem Zentrum zur Bereitstellung, Erforschung und Nutzung von mikrobieller Diversität. Fast 60.000 Bakterien, Pilze, Zellkulturen und weitere mikrobielle Ressourcen werden an der DSMZ in lebensfähigem Zustand konserviert und aufbewahrt.

Ministerin Heinen-Kljajić zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt des Bestands und der Forschungsarbeiten: „Die DSMZ ist ein wichtiger Forschungspartner auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften am Standort Niedersachsen. Ihre Sammlung zählt weltweit zu den größten Sammlungen von Mikroorganismen und Zellkulturen. Damit liefert die DSMZ notwendige Bioressourcen etwa für Gesundheitsforschung oder Bioökonomie.“

Professor Jörg Overmann, geschäftsführender Direktor der DSMZ, gab einen Überblick über aktuelle Erfolge und Schwerpunkte des Instituts und diskutierte mit der Ministerin über Zukunftsperspektiven, wie der Möglichkeit, die DSMZ als Deutschlands erste registrierte Sammlung nach den Vorgaben des Biodiversitätsabkommens der Vereinten Nationen zu etablieren.

Beim anschließenden Rundgang erhielt Heinen-Kljajić einen Einblick in die Arbeitsbereiche Sammlung und Forschung. Im Archiv der DSMZ lagern Kulturen von rund 80 Prozent aller bekannten Bakterienarten. Sie werden in über 300.000 Glasampullen bereitgehalten. Dr. Rüdiger Pukall, Kurator der Abteilung Mikroorganismen, erläuterte die besonderen Verfahren zur Gefriertrocknung mit der die Kulturen an der DSMZ dauerhaft konserviert und so für den Versand in die ganze Welt bereitgehalten werden. Mit jährlich über 40.000 verschickten Kulturen ist die DSMZ ein wertvoller Dienstleister für die internationale mikrobiologische Forschung.

Technische Assistentinnen aus dem Forschungsbereich der DSMZ führten die Ministerin durch ein modernes Forschungslabor und stellten neue Methoden zur Kultivierung und Isolierung bislang unbekannter Bakterienarten vor. Der Großteil der bakteriellen Vielfalt ist bis heute unentdeckt. Jede Kultivierung einer neuen Art bietet die Chance auch neue Wirkstoffe oder chemische Verbindungen zu entdecken, die etwa die Grundlage für ein neues Medikament oder ein neues Produkt darstellen.

Zum Abschluss stellte Dr. Boyke Bunk, Leiter der Abteilung Bioinformatik, die an der DSMZ vorhanden Möglichkeiten zur DNA-Sequenzierung vor. Die Bestimmung des bakteriellen Erbguts ist aus dem Alltag der Lebenswissenschaften nicht mehr wegzudenken. Die DSMZ gehört schon jetzt zu den führenden Instituten bei der Bestimmung kompletter bakterieller Genome. Seit Ende 2016 verfügt die DSMZ über zusätzliche Sequenzierautomaten, die nun auch sogenannte Metagenom-Analysen möglich machen mit denen das Erbgut ganzer Bakteriengemeinschaften in natürlichen Proben oder Patientenmaterial ermittelt werden kann.