06.08.2019

Bundespolitiker der LINKEN besucht die Mikrobenmetropole DSMZ

MdB Victor Perli besuchte die weltweit vielfältigste Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig

Am ersten August konnte das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH MdB Victor Perli, Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel, auf dem Gelände des Science Campus Braunschweig-Süd empfangen. In einem Gespräch mit Prof. Dr. Jörg Overmann, dem wissenschaftlichen Direktor des Instituts, informierte sich der Politiker über die DSMZ, die die weltweit vielfältigste Sammlung an Bioressourcen beherbergt. Im Rahmen einer anschließenden Führung durch die Labore und Sammlungen des Hauses konnte sich Victor Perli mit Prof. Dr. med. Hans G. Drexler, dem Leiter der Abteilung Menschliche und Tierische Zelllinien, austauschen. Die Abteilung von Professor Drexler ist seit mehr als 30 Jahren im Bereich der Leukämie-Lymphom-Forschung tätig und umfasst die derzeit umfangreichste Sammlung an Leukämie-Lymphom-Zelllinien, die der weltweiten wissenschaftlichen Community zur Verfügung steht.

Zukunft: Neues Gebäude auf dem Science Campus
Beeindruckt zeigte sich der Politiker von den technologischen Möglichkeiten und zukunftsgerichteten Methoden, die die Wissenschaftler im Leibniz-Institut DSMZ entwickeln. Ebenfalls informierte er sich über die Erweiterungsbaumaßnahmen mit der Inbetriebnahme des Gebäudes B2 im Frühjahr 2020 auf dem Science Campus Braunschweig-Süd. Dieser Neubau wird zukünftig von der Abteilung Bioressourcen für Bioökonomie und Gesundheitsforschung der DSMZ und dem ebenfalls auf dem Science Campus ansässigen HZI genutzt und beherbergt ein neues, vollautomatisiertes DSMZ-Lager zur Einlagerung von Bioressourcen.
Über seinen Besuch der Mikrobensammlung sagt Victor Perli: „Das Leibniz-Institut DSMZ in Braunschweig ist ein gutes Beispiel dafür, welch herausragende wissenschaftliche Kompetenz mit internationaler Vernetzung in unserer Region im Bereich der Biowissenschaften vorhanden ist. Ich habe Einblicke gewonnen, was das Institut zu aktuellen Herausforderungen wie der Reduzierung von Mikroplastik, den Klimawandel und bei der Bekämpfung von Leukämie und anderen Krebsarten leisten kann. Weitere Themen waren die Finanzierung aus dem Bundeshaushalt und durch das Land Niedersachsen, die Arbeitsbedingungen der WissenschaftlerInnen und die weitere Entwicklung am Standort Braunschweig.“

Forschung: Cassava und plastikfressende Bakterien
Der Bundestagsabgeordnete Victor Perli ist stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Auch die DSMZ engagiert sich weltweit im Rahmen von verschiedenen Forschungsprojekten für den Umweltschutz und bei Problemstellungen im Bereich der Landwirtschaft. Das Leibniz-Institut verfügt neben einer umfassenden Sammlung an Mikroorganismen und Zellkulturen auch über unabhängige Forschungsbereiche. Doktor Stephan Winter, der die DSMZ-Abteilung für Pflanzenviren leitet, setzt sich in besonderem Maße für die Ernährungssituation in Afrika ein. Der renommierte Wissenschaftler und sein Team forschen an einem Virus, das die Cassavapflanze bedroht, deren Knolle im afrikanischen Raum ein Grundnahrungsmittel darstellt. Das Cassava Brown Streak Virus (CBSV) verdirbt die unterirdisch wachsenden Knollen. Die in diesem Forschungsbereich erzielten Erfolge können in der Zukunft dazu führen, dass der erfolgreiche Anbau der Cassavapflanze in den CBSV-Epidemieregionen Afrikas wieder möglich sein wird.
Über die Forschung in der Landwirtschaft hinaus finden an der DSMZ Projekte zum Thema Umweltschutz statt. Die seit Januar 2018 bestehende Nachwuchsgruppe Mikrobielle Biotechnologie untersucht Abbau, Verbleib und Verhalten von Kunststoffen in der Umwelt und vor allem im marinen Ökosystem. Momentan finden unter der Leitung von Dr. Başak Öztürk Forschungsarbeiten zu Methoden statt, die den Abbau von Schadstoffen in der Umwelt ermöglichen könnten, um beispielsweise gegen Pflanzenschutzmittel und Xenobiotika im Mikromolekularbereich vorgehen zu können, die das Grundwasser belasten.

50 Jahre Sammlung und Forschung an der DSMZ
Die im Jahr 1969 gegründete Sammlung von Mikroorganismen Göttingen (SMG), die später zum Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen ausgebaut wird, feiert dieses Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Seit 1987 befindet sich die DSMZ in Braunschweig auf dem Science Campus Braunschweig-Süd. Zum Jubiläum besucht am 14. November 2019 der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler die DSMZ. Anlässlich der Feierlichkeiten am 20. November 2019 findet die Podiumsdiskussion „Life Science - Gestern, heute und morgen“ statt, zu der unter anderem die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, Rüdiger Eichel, Leiter der Abteilung Forschung und Innovation des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr. Matthias Kleiner die DSMZ auf dem Science Campus Braunschweig-Süd besuchen.

DSMZ-Pressekontakt:
Sven-David Müller, Pressesprecher des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
Tel.: 0531/2616-300
E-Mail: sven.david.mueller@dsmz.de 

Über das Leibniz-Institut DSMZ
Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH ist die weltweit vielfältigste Sammlung für biologische Ressourcen (Bakterien, Archaeen, Protisten, Hefen, Pilze, Bakteriophagen, Pflanzenviren, genomische bakterielle DNA sowie menschliche und tierische Zellkulturen). An der DSMZ werden Mikroorganismen sowie Zellkulturen gesammelt, erforscht und archiviert. Als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft ist die DSMZ mit ihren umfangreichen wissenschaftlichen Services und biologischen Ressourcen seit 1969 globaler Partner für Forschung, Wissenschaft und Industrie. Die DSMZ ist als gemeinnützig anerkannt, die erste registrierte Sammlung Europas (Verordnung (EU) Nr. 511/2014) und nach Qualitätsstandard ISO 9001:2015 zertifiziert. Als Patenthinterlegungsstelle bietet sie die bundesweit einzige Möglichkeit, biologisches Material nach den Anforderungen des Budapester Vertrags zu hinterlegen. Neben dem wissenschaftlichen Service bildet die Forschung das zweite Standbein der DSMZ. Das Institut mit Sitz auf dem Science Campus Braunschweig-Süd beherbergt mehr als 69.701 Kulturen sowie Biomaterialien und hat 198 Mitarbeiter. www.dsmz.de  

Über die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 95 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.000 Personen, darunter 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro. www.leibniz-gemeinschaft.de