27.09.2012

Medizinische Pathogene und Bakteriophagen

DSMZ auf der 64. Jahrestagung der DGHM in Hamburg

Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH präsentiert sich als führendes europäisches Bioressourcen-zentrum vom 30. September bis 3. Oktober 2012 auf der 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) in Hamburg. Über 1000 nationale und internationale Experten diskutieren dort neueste Ergebnisse zur Erkennung, Verhütung und zur Therapie von Infektionserkrankungen. Interessierte Besucher erhalten am Stand der DSMZ einen aktuellen Überblick über die Kultursammlungen medizinisch relevanter Mikroorganismen und Bakteriophagen sowie die mikrobiologischen Services der DSMZ für die Forschungsgemeinschaft.

Die Sammlung und Kultivierung medizinisch wichtiger mikrobieller Krankheitserreger und deren Bereitstellung für die Forschung ist eine gesellschaftlich immer bedeutender werdende Aufgabe der DSMZ. Das Leibniz-Institut DSMZ wird zukünftig als Partner im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), welches sich mit der Bekämpfung von Infektionskrankheiten beschäftigt, als zentrale Biobank die Sammlungsaktivitäten innerhalb des Zentrums koordinieren und sich an der Genomforschung beteiligen.

Derzeitig konzentriert sich die Arbeitsgruppe Medizinische Mikrobiologie um PD Dr. Sabine Gronow überwiegend auf medizinisch relevante Taxa. Es werden unter anderem die Gattungen Bordetella, Borrelia, Campylovbacter, Enterococcus, Helicobacter, Legionella, Listeria, Neisseria, Stapylococcus, Streptococcus und Treponema, sowie die Familien der Pasteurellaceae und der Bacteroidaceae betreut. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Sammlung wichtiger intrazellulärer Pathogene und schwer kultivierbarer Mikroorganismen, wie Vertreter der Chlamydiaceae, der Leptospiren und der Mollicutes dar.

In den letzten Jahren stieg zudem das internationale Interesse an der DSMZ-Sammlung von Bakteriophagen. Phagen könnten therapeutisch als Waffe gegen antibiotikaresistente Bakterien, zum Schutz gegen Lebensmittel-Keime, als Modellsysteme für humanpathogene Viren oder als Indikatoren bei Trinkwasseranalysen verwendet werden. Die DSMZ verfügt in diesem Sammlungsbereich (Dr. Christine Rohde und Dr. Johannes Wittmann) über eine besondere Expertise und leitete daher im EU-Projekt CABRI die Erstellung harmonisierter methodischer Richtlinien für Phagensammlungen. Die Sammlung umfasst derzeit ca. 200 Phagen und enthält Coliphagen, Spezialsammlungen von Actinophagen, sowie Phagen für Serratia marcescens, Pseudomonas aeruginosa und andere Arten. Zukünftig wird der Bereich der Phagensammlung für pathogene Bakterien verstärkt ausgebaut.

Der Informationsstand des Leibniz-Instituts DSMZ auf der 64. Jahrestagung der DGHM befindet sich im Congress Center Hamburg, Am Dammtor/Marseiller Straße, 20355 Hamburg, Erdgeschoss Foyer, Stand-Nr. 10-11. Als wissenschaftliche Ansprechpartner stehen die Experten PD Dr. Sabine Gronow, Dr. Birte Abt (DZIF) und Dr. Johannes Wittmann vor Ort zur Verfügung. Interessierte erhalten umfangreiche Informationen über das vielfältige Angebot der DSMZ. Einen genauen Überblick über die Sammlungen und Services der DSMZ bietet zudem der Online-Katalog auf der Internetseite www.dsmz.de.

Poster CFP04: Dr. Johannes Wittmann, DSMZ
"Diversity of phage-host interactions in clinical and environmental strains of bacteria of the order Burkholderiales"

DGHM
Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft. Sie erstrebt den Zusammenschluss aller in der Mikrobiologie und Hygiene tätigen Wissenschaftler in Deutschland und hat die Aufgabe, Forschung und Lehre auf den verschiedenen Teilgebieten der Mikrobiologie und Infektionsimmunologie sowie der Hygiene und des Gesundheitswesens durch Austausch wissenschaftlicher und praktischer Erfahrung, Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen und gemeinsamen wissenschaftlichen Vorhaben zu fördern.
www.dghm.de

Über das Leibniz-Institut DSMZ
Das Leibniz-Institut DSMZ–Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und mit seinen umfangreichen wissenschaftlichen Services und einem breiten Spektrum an biologischen Materialien seit Jahrzehnten weltweiter Partner für Forschung und Industrie. Als einem der größten biologischen Ressourcenzentren seiner Art wurde der DSMZ die Übereinstimmung mit dem weltweit gültigen Qualitätsstandard ISO 9001:2008 bestätigt. Als Patenthinterlegungsstelle bietet die DSMZ die bundesweit einzigartige Möglichkeit, biologisches Material nach den Anforderungen des Budapester Vertrags aufzunehmen. Neben dem wissenschaftlichen Service bildet die sammlungsbezogene Forschung das zweite Standbein der DSMZ. Die Sammlung mit Sitz in Braunschweig existiert seit 42 Jahren und beherbergt mehr als 32.000 Kulturen und Biomaterialien. Die DSMZ ist die vielfältigste Sammlung weltweit: neben Pilzen, Hefen, Bakterien und Archaea werden dort auch menschliche und tierische Zellkulturen sowie Pflanzenviren und pflanzliche Zellkulturen erforscht und archiviert. www.dsmz.de

Pressekontakt:

Susanne Thiele, Leiterin der Stabstelle Presse und Kommunikation

E-mail: susanne.thiele@dsmz.de

Tel: 0531/2616-300

 

Bild 1: PD Dr. Sabine Gronow, Leiterin der AG Medizinische Mikrobiologie (@DSMZ)

Bild 2: Mikroskopische Aufnahmen von Phagen (@DSMZ, Manfred Rohde)